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Die wilde Hilde und das Gruselfest

  Es war kurz vor Abend im Dingsda-Wald, als plötzlich ein leises „BUH.“ durch die Bäume wehte. Kwiepi fiel fast vom Ast. „GRUSEL!! HILFE! MONSTER! ICH WILL NICHT MEHR LEBEN ICH WILL TEE!“ Ferdinand hob ein Blatt auf. „Das war ein Pilz mit Heuschnupfen.“ „UND WAS, WENN DER PILZ EIN GEIST WAR?!“ Die Munkelrotte hatte natürlich sofort ein Dossier parat. „Gruselfaktor: Pilzgeister – gering. Glühwürmchen mit Umhang – mittel. Schatten im Bauch – hoch.“ Hilde murmelte: „Ich glaube, Kwiepi braucht eine Gruselschule.“ Und so bauten sie sie. Die Waldmaus bastelte Wackelaugen aus Kastanien. Ferdinand konstruierte ein „Grusometer“ (es piepte immer, wenn Kwiepi kreischte). Hilde stellte ein Spukzimmer auf: mit Kissenmonstern, einer freundlichen Fledermaus und einem Licht, das nur flackerte, wenn jemand pupste. Kwiepi bekam eine Glitzerschutzweste. „Was ist, wenn ich... sterbe?“, fragte er dramatisch. „Dann bekommst du einen Tee und wirst geknuddelt“, sagte Hilde ruhig. In der Gruselschule ler...
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Die wilde Hilde macht etwas Platz für jemand neues

  Ein neues Wesen war im Dingsda-Wald angekommen. Es war klein, unsicher und trug ein zerknittertes Blatt mit einer Adresse darauf, die niemand lesen konnte. „Woher kommst du?“, fragte Hilde sanft. „Von... irgendwo. Ich glaub, ich bin jetzt allein.“ Das Wesen – es hieß Finchen – hatte große Augen und eine Stimme wie ein Windhauch. Die Waldmaus bot sofort ein Stück Kuchen an. „Ich hab keine Eltern mehr“, sagte Finchen. „Und ich weiß nicht, wohin.“ Stille breitete sich aus. Kwiepi flüsterte „Oh“ und legte seine Stirn an Finchen. Die Munkelrotte schlich sich heran und setzte sich ganz dicht dazu. Ferdinand sagte nichts, aber rückte sein Marmeladenbrot ein Stück zur Seite – ein stilles Willkommen . Hilde setzte sich ins Moos. „Du bist nicht allein. Du bist bei uns.“ Finchen blinzelte. „Aber wo wohne ich?“ „Na hier. Bei uns. Wer sagt denn, dass man nur ein Zuhause haben kann?“ Ferdinand grummelte. „Ich hab noch Platz in der Küchenschublade. Oder im Teeschrank. Wenn sie klein genug ist,...

Die wilde Hilde und der Tag an dem der Knarl nichts tat

Der Dingsda-Wald war voller Pläne. Heute sollte eigentlich das große Blätterrollenrennen stattfinden, dazu das Glockenblümchenkonzert, der Marmeladenpfannkuchenstapel-Wettkampf und Kwiepis „Kwiepi-Quietsch-Show“. Doch der Knarl war verschwunden. Ferdinand fand ihn schließlich an einem besonders weichen Stück Moos, halb eingebuddelt, halb schlafend, ganz zufrieden. „Was machst du da?“, fragte Ferdinand. „Du verpasst die halbe Woche.“ Der Knarl öffnete ein Auge. „Ich tu nichts.“ „Gar nichts?“ „Gar nichts. Nicht mal ein kleines bisschen.“ Kwiepi trudelte heran, schleppte ein Konfettifass. „NICHTS?! ABER WIR MÜSSEN DOCH – NA ALLES!“ „Nicht heute“, brummte der Knarl. „Heute ist ein Tag des Nichts.“ Hilde kam dazu, sah sich das Moos an und nickte. „Das ist gutes Moos. Und ein guter Gedanke.“ Also beschlossen sie, mitzumachen. – Kwiepi legte sich mit ausgebreiteten Flügeln hin und murmelte: „Ich... versuche... still... zu sein...“ Die Munkelrotte hörte auf zu munkeln. Für drei Minuten. Hilde ...

Die wilde Hilde möchte Vorlesen

  Im Dingsda-Wald war es ein nieseliger Tag. Die Wolken hingen wie müde Kissen zwischen den Baumwipfeln, und das Moos sog jedes Tropfenplopp leise schmatzend auf. Ferdinand saß unter einem Pilzdach und starrte missmutig auf sein klatschnasses Marmeladenbrot. „Ich wollte heute Glitzerschleuderball spielen“, maulte Kwiepi. „Aber alles ist bäh.“ Hilde kam vorbeigeschwebt, eingehüllt in eine Decke mit Sternenmuster. In den Händen hielt sie ein dickes, zerfleddertes Buch. „Dann machen wir heute das Schönste, was man an Regentagen tun kann“, sagte sie. „Kekse essen?“, fragte der Knarl hoffnungsvoll. „Fast. Vorlesen.“ Und so kam es, dass sich alle unter dem riesigen Blätterpavillon versammelten. Hilde öffnete das Buch. Es raschelte wie trockenes Herbstlaub. Die Seiten dufteten nach Pfefferminztee, Abenteuer und einem winzigen Hauch Pilz. Sie begann zu lesen – von fliegenden Flundern, von einer Eule mit Fernrohr und einem Kater, der das Lachen erfand. Kwiepi rutschte immer näher. Ferdinand...

Die wilde Hilde und die Kuschelblattschlacht

  Es war der allererste Tag, an dem der Herbst den Dingsda-Wald gekitzelt hatte. Über Nacht hatten sich die Blätter in Gold, Glutrot und Kürbisorange verwandelt, und in der Luft lag dieser Geruch – nach Moos, Apfelkern und Abenteuer. Hilde wachte auf und rieb sich die Augen. „Es ist soweit“, murmelte sie. „Der Herbst hat das Kissen ausgeschüttelt.“ Kwiepi flog schon seit Stunden Loopings. „KWIEPI LIEBT LAUB! KWIEPI WIRFT ALLES! AUCH DICH!“ Ferdinand stand mit einem Besen am Weg. „Ich hatte gehofft, wir könnten das Laub diesmal geordnet… ach, vergiss es.“ Die Waldmaus rutschte quietschend über einen Blätterhügel. Die Munkelrotte war nicht auffindbar – sie hatte sich komplett ins Rascheln eingemunkelt. Und der Knarl schnarchte tief unter einem Laubberg, den er heimlich für sich gebaut hatte. Dann geschah es. Ohne Plan. Ohne Ankündigung. Ein Blatt segelte. Traf Kwiepi. Ein zweites folgte. Traf Ferdinand. Stille. Ein Rascheln. Ein Lächeln. Dann ein Ruf: „KUSCHELBLATT-SCHLACHT!!“ Was fo...

Die wilde Hilde macht ein Planschfest

  Es war ein warmer, flimmernder Tag im Dingsda-Wald. Der See glitzerte in der Sonne, Libellen tanzten wie Miniaturdrachen über dem Wasser, und irgendwo in der Nähe klang das leise Plitsch einer gut gelaunten Munkelrotte, die Wassermurmeln sortierte. Heute war großes Teichplanschen . Ein Ereignis, das im Dingsda-Wald fast so gefeiert wurde wie das Zimtschneckenfestival – nur mit mehr Wasser und weniger Klebrigkeit. Kwiepi flatterte in wilden Spiralen durch die Luft und schrie: „KWIEPI BADET! MIT FROSCHEN! MIT GLITZER!“ Hilde hatte einen Zaubertrank aufgesetzt, der angeblich gegen Sonnenbrand und schlechte Laune helfen sollte. Sie nannte ihn liebevoll „Zimttee mit Chlorgeist“. Ob er schmeckte, war allerdings nicht überliefert. Ferdinand saß mit einem Marmeladenbrot im Maul auf einem Handtuchstapel und brummte: „Wenn noch ein Badetuch über meinen Schwanz fliegt, beiß ich rein.“ Etwas abseits der fröhlichen Lichtung stand ein neues Wesen. Rund. Flauschig. Mit winzigen Füßchen, großen...

Die wilde Hilde und der Tag an dem man mal nichts tut

  Ferdinand hatte seine Liste verloren. Und damit auch irgendwie seinen Sinn. Er saß auf einem Ast, starrte in den Himmel und murmelte: „Was, wenn ich heute einfach... nichts tue?“ Hilde blieb stehen. „Gar nichts?“ „Kein Sortieren. Kein Klemmbrett. Kein ‚wer macht was‘. Nur... sitzen.“ Kwiepi kam angeflattert. „WAS IST DAS FÜR EIN NEUES SPIEL?! ICH WILL AUCH NICHTS TUN! ABER LAUT!“ Die Munkelrotte murmelte: „Er arbeitet nicht. Vielleicht ist er krank. Vielleicht rebelliert er. Vielleicht ist es das Ende.“ Der Knarl brummte: „Nichts tun ist unterschätzt.“ Also probierten es alle mal. – Die Waldmaus legte sich auf ein Blatt. Kwiepi schwebte im Kreis und schrie leise. Die Nachtschattenkirschkröte sonnte sich und glühte entspannt. Hilde rührte langsam in einem Topf, ohne Ziel. Ferdinand beobachtete alles. Und dann... lächelte er. „Ich glaube, ich mag das.“ „Und was ist mit deiner Liste?“, fragte Hilde. „Die kommt wieder. Vielleicht. Aber heute... ist Mooszeit.“ Am Abend war nichts pass...