Direkt zum Hauptbereich

Die wilde Hilde und der Tag an dem der Knarl nichts tat

Der Dingsda-Wald war voller Pläne. Heute sollte eigentlich das große Blätterrollenrennen stattfinden, dazu das Glockenblümchenkonzert, der Marmeladenpfannkuchenstapel-Wettkampf und Kwiepis „Kwiepi-Quietsch-Show“.
Doch der Knarl war verschwunden.
Ferdinand fand ihn schließlich an einem besonders weichen Stück Moos, halb eingebuddelt, halb schlafend, ganz zufrieden.
„Was machst du da?“, fragte Ferdinand. „Du verpasst die halbe Woche.“
Der Knarl öffnete ein Auge. „Ich tu nichts.“



„Gar nichts?“
„Gar nichts. Nicht mal ein kleines bisschen.“
Kwiepi trudelte heran, schleppte ein Konfettifass. „NICHTS?! ABER WIR MÜSSEN DOCH – NA ALLES!“
„Nicht heute“, brummte der Knarl. „Heute ist ein Tag des Nichts.“
Hilde kam dazu, sah sich das Moos an und nickte. „Das ist gutes Moos. Und ein guter Gedanke.“

Also beschlossen sie, mitzumachen. – Kwiepi legte sich mit ausgebreiteten Flügeln hin und murmelte: „Ich... versuche... still... zu sein...“
Die Munkelrotte hörte auf zu munkeln. Für drei Minuten.

Hilde ließ ihren Zauberstab ruhen und atmete. Einfach nur atmete.

Ferdinand setzte sich daneben. Ohne Liste. Ohne Plan. Nur mit sich selbst.
Sie lagen da. Minuten. Stunden vielleicht. Der Wald war leise. Sanft. Freundlich.

Ein Käfer krabbelte vorbei. Der Wind blies leise über Farn. Und irgendwo knarzte ein Ast, der einfach alt war.
Als sie wieder aufstanden, fühlten sie sich... weich. Nicht wie frisch gebadet, sondern wie tief eingeatmet.

„Weißt du, was das war?“, fragte Hilde.
„Ein Tag, an dem nichts passierte“, sagte der Knarl.
„Und das war genau richtig“, fügte Ferdinand hinzu.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Warum im Dingsda-Wald niemand gegessen wird

Die wilde Hilde und alle dichten

Die wilde Hilde und der grüne Rüsselgnom auf Glitzerurlaub