Es war der allererste Tag, an dem der Herbst den Dingsda-Wald gekitzelt hatte. Über Nacht hatten sich die Blätter in Gold, Glutrot und Kürbisorange verwandelt, und in der Luft lag dieser Geruch – nach Moos, Apfelkern und Abenteuer.
Hilde wachte auf und rieb sich die Augen. „Es ist soweit“, murmelte sie. „Der Herbst hat das Kissen ausgeschüttelt.“
Kwiepi flog schon seit Stunden Loopings. „KWIEPI LIEBT LAUB! KWIEPI WIRFT ALLES! AUCH DICH!“
Ferdinand stand mit einem Besen am Weg. „Ich hatte gehofft, wir könnten das Laub diesmal geordnet… ach, vergiss es.“
Die Waldmaus rutschte quietschend über einen Blätterhügel. Die Munkelrotte war nicht auffindbar – sie hatte sich komplett ins Rascheln eingemunkelt. Und der Knarl schnarchte tief unter einem Laubberg, den er heimlich für sich gebaut hatte.
Dann geschah es. Ohne Plan. Ohne Ankündigung.
Ein Blatt segelte. Traf Kwiepi.
Ein zweites folgte. Traf Ferdinand.
Stille. Ein Rascheln. Ein Lächeln.
Dann ein Ruf:
„KUSCHELBLATT-SCHLACHT!!“
Was folgte, war pures Chaos. Glückliches, warmes, raschelndes Chaos.
– Blätter flogen wie Konfetti.
Kwiepi baute sich Flügelpanzer aus Ahorn.
Hilde beschwor einen Laubwirbelsturm mit Glitzerkern.
Ferdinand murmelte etwas von „strukturiertem Wahnsinn“ und sprang kopfüber ins Rascheln.
Als die Sonne unterging, lagen sie alle im Moos. Bunt. Atmend. Lächelnd.
Hilde drehte ein Blatt zwischen den Fingern. „Weißt du, was das Beste an Herbst ist?“
„Dass man sich einbuddeln darf, ohne gefragt zu werden“, sagte Ferdinand schläfrig. „Und dass Blätter sagen: Du darfst loslassen.“
Kwiepi war schon eingeschlafen. Mit einem Ahornblatt auf der Nase.

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