Eines Tages, als die Pilze glitzerten, obwohl niemand sie bestreut hatte, tauchte er auf: der grüne Rüsselgnom.
Er trug eine viel zu große Sonnenbrille, ein Hemd mit Erdbeermuster und einen rollenden Koffer, aus dem bei jedem Ruck Glitzerstaub quoll. Auf seiner Stirn klebte ein Sticker:
„Ich bin im Urlaub – bitte nicht ansprechen (außer du hast Snacks)“.
„Oh nein...“, murmelte Ferdinand.
„Oh ja!“, quietschte Kwiepi.
„Wer... oder was... ist das?“, fragte die Waldmaus.
„Das“, sagte Hilde und setzte sich erstmal, „ist der Rüsselgnom. Er kommt einmal im Jahr. Für... Glitzerurlaub.“
Der Rüsselgnom sprach nicht viel. Er hupte. Laut. Durch seinen Rüssel. Bei Freude. Bei Aufregung. Bei Marmelade.
Er baute sich ein Ferienlager aus Farn, Flammenmoos und einer Hängematte aus Spinnweben. Überall hingen blinkende Lichter. Aus dem Koffer kamen:
– ein tragbarer Teich (mit Frosch),
– zehn Fläschchen Glitzerschuppen,
– und ein sehr lauter, tanzender Kaktus.
Die Tiere waren verwirrt. Und ein bisschen begeistert.
„Darf man das? Einfach Urlaub machen? So... glitzernd?“, fragte die Schnattergans.
„Anscheinend schon“, sagte Hilde und trank Tee mit Glitzer.
Der Gnom veranstaltete:
– eine tägliche Glitzerparade (teilnehmen nur mit Funkelkleidung!),
– einen Rüssel-Karaoke-Abend,
– und einen Workshop: „Wie du deinen Alltag in ein Glitzerfestival verwandelst (ohne explodierende Pilze – meistens)“.
Und als der letzte Abend kam, saßen alle Tiere um das Leuchtlagerfeuer. Selbst der Knarl hatte sich einen Glitzerschnauzer aufgesetzt.
Der Rüsselgnom tanzte, hupte und sagte zum ersten Mal etwas:
„Wenn ihr Spaß habt, dann war der Urlaub gut.“
Dann stieg er auf eine Seifenblase und verschwand. Einfach so. Plopp.
Am nächsten Morgen glitzerten die Pilze immer noch. Und im Moos lag ein Schild:
„Bis nächstes Jahr. Und vergesst das Funkeln nicht.“
Die Munkelrotte war ganz aus dem Häuschen.
Und Ferdinand? Der saß da, mit einer Sonnenbrille auf der Nase, und murmelte: „Vielleicht... nur vielleicht... brauchen wir auch mal Urlaub.“

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