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Die wilde Hilde und der Tag an dem die Farben verschwanden

Es begann mit einem Blatt. Ein einziges, leuchtendes Herbstblatt, das plötzlich grau zu Boden segelte.
Ferdinand hob es auf. „Irgendwas stimmt nicht.“
Am nächsten Tag war der Himmel nicht mehr blau, sondern blass. Die Pilze waren nicht mehr pink, sondern pastell. Und Kwiepi... war beige.
„ICH BIN KAPUTT!!“, schrie er. „ICH HAB MEIN GELB VERLOREN!“
Hilde untersuchte alles mit ihrer Glitzerlupe. „Keine Krankheit. Kein Fluch. Kein zu viel Marmelade.“
Die Munkelrotte murmelte: „Vielleicht sind die Farben müde.“

Also versuchten die Tiere, die Farben aufzuwecken: – Sie sangen den Regenbogenkanon. Sie rieben sich mit bunten Blättern ein (jetzt waren sie bunt – aber die Welt blieb blass). Kwiepi tanzte einen Farbwirbel. Es regnete Beige.


Ferdinand setzte sich schließlich ins Moos. „Vielleicht... vermisst der Wald etwas.“
Stille. Dann sagte die Waldmaus leise: „Vielleicht haben wir zu viel geredet und zu wenig geschaut.“
Also setzten sich alle hin. Und schauten. Still. Auf Moos. Auf Baumrinde. Auf den See.

Und langsam – ganz langsam – kehrte ein Hauch Farbe zurück. Ein Tupfer Rot. Ein Schnipsel Gelb. Ein Kwiepi-Quietschton.
„Siehst du das?“, flüsterte Hilde.
„Ja“, sagte Ferdinand. „Die Farben hören uns. Aber nur, wenn wir auch sie sehen.“

Am Ende des Tages war der Wald wieder voller Glanz. Nicht lauter – aber echter.

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