Eines Tages kam ein fremdes Wesen in den Dingsda-Wald. Es war lang, schuppig, grau, und nannte sich selbst Plusterzisch.
Zunächst waren alle neugierig. Hilde bot Tee an. Die Munkelrotte begann sofort mit dem Beobachten. Kwiepi schrie: „NEUES DINGSDA!“ und umkreiste es siebenmal.
Doch dann begann Plusterzisch zu reden.
„Du bist zu dick“, sagte es zur Waldmaus.
„Du bist zu laut“, sagte es zu Kwiepi.
„Du bist unheimlich“, sagte es zur Nachtschattenkirschkröte.
Alle hielten inne.
„Ich sag doch nur meine Meinung“, zischte Plusterzisch. „Freiheit, oder?“
Ferdinand trat vor. Ruhig, aber mit klarem Blick.
„Nein. Freiheit bedeutet, dass du sagen darfst, was du denkst. Aber es bedeutet nicht, dass du andere verletzen darfst.“
„Man darf doch wohl noch was sagen dürfen!“, fauchte Plusterzisch.
„Ja“, sagte Hilde. „Aber du darfst nicht erwarten, dass wir zuhören, wenn du dabei unsere Freunde kleiner machst.“
Die Munkelrotte murmelte: „Kritik ist wie ein Kuchen. Man kann sie freundlich servieren. Oder einem ins Gesicht werfen.“
Kwiepi stand plötzlich ganz still. Dann sagte er laut und klar:
„MEINE MEINUNG: DU BIST UNHÖFLICH. ABER ICH GEB DIR NOCH EINEN KEKS.“
Plusterzisch starrte.
Dann nahm es den Keks. Und schwieg.
Am Abend saßen alle Tiere zusammen. Die Waldmaus hatte trotzdem gelächelt. Die Kröte hatte Tee gekocht. Und Ferdinand hatte eine neue Liste gemacht:
Dinge, die man sagen darf:
– Ich mag dich.
– Ich versteh dich nicht, aber ich frag nach.
– Ich hab heute schlechte Laune.
– Ich will zuhören.
Dinge, die man besser lässt:
– Alles, was wie ein Stich klingt.
– Alles, was kleiner macht.
– Alles, was man nur sagt, um selbst größer zu wirken.
Und Plusterzisch? Der blieb. Wurde stiller. Und irgendwann... sagte er zur Kröte: „Danke für den Tee.“

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