Direkt zum Hauptbereich

Die wilde Hilde und das was fair ist

 

Es hatte geregnet im Dingsda-Wald. Ganz sanft, so dass die Pilze kicherten und die Moosdecken glitzerten. Und doch – ein paar Tiere saßen frierend unter Blättern.

„Warum haben manche mehr Blätter als andere?“, fragte die kleine Wuschelraupe. „Weil sie größer sind?“, meinte die Waldmaus. „Oder weil sie schneller sammeln?“, brummte der Knarl.

Aber Hilde schüttelte den Kopf. „Ich glaube... wir müssen das mal ausprobieren.“

Also veranstaltete sie das erste große Gleichviel-Fest.

Alle bekamen gleich viel: – einen Ast
– eine Decke
– drei Beeren
– ein Lied (von der Munkelrotte, natürlich live)

Zuerst freuten sich alle. Dann kam die erste Klage. „Ich bin zu klein für den Ast!“, quietschte die


Waldmaus. „Meine Decke ist zu kurz!“, rief die Giraffenschnecke. „Ich hab Beerenallergie!“, jammerte Kwiepi (während er drei weitere aß).

Ferdinand notierte alles. Und dann sagte Hilde: „Vielleicht geht es nicht darum, dass jeder dasselbe bekommt. Sondern das, was er braucht.“

Also wurde neu verteilt: – Die Giraffenschnecke bekam zwei Decken.
– Die Waldmaus einen Moosschlafsack.
– Kwiepi bekam einen Zimtstern.
– Und der Knarl? Der wollte nur seine Ruhe. Und bekam einen sehr stillen Platz.

Am Ende leuchteten die Lichter. Alle waren satt, warm – und ein bisschen gerührt.

Die Wuschelraupe flüsterte: „Gerecht ist nicht, wenn alle dasselbe kriegen. Gerecht ist, wenn keiner friert.“

Ferdinand nickte. „Das schreib ich mir auf.“

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Warum im Dingsda-Wald niemand gegessen wird

Die wilde Hilde und alle dichten

Die wilde Hilde und der grüne Rüsselgnom auf Glitzerurlaub