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Ferdinand ist lieber leise laut

Ferdinand hatte beschlossen: „Ich bin zu leise.“



Er sagte es beim Frühstück, während er seine To-Do-Liste sortierte und am Tee nippte.
„Aha?“, machte Hilde, die gerade versuchte, Glitzerpuder auf ihr Marmeladenbrot zu streuen.
„Kwiepi ist laut. Die Munkelrotte tuschelt immer. Du funkst mit Hexen. Ich... sortiere Eicheln. Allein. Leise. Vielleicht bin ich kaputt.“
„Unsinn“, sagte Hilde, „aber wenn du’s herausfinden willst – mach doch einen Selbstfindungstag.“
„Oh, super Idee. Ich werde laut, schrill und völlig enthemmt. Das passt ganz wunderbar zu meinem natürlichen Bedürfnis nach Chaos.“

Und so begann Ferdinands Großer Selbsttest.
Er versuchte: – ein Tag voller „Huhu, hier bin ich!“ auf der Lichtung (niemand hörte ihn wegen Kwiepi). – eine „Laute Rede über Listen“ (die Schnattergans schlief ein). – einen Tanz mit Kastanien (das war eigentlich ganz lustig – bis die Kastanien wegliefen, vermutlich aus Selbstschutz).

Am Abend saß Ferdinand müde im Moos. Still. Und allein. Aber irgendwie... zufrieden.
„Na?“, fragte Hilde.
„Ich bin nicht kaputt. Ich bin nur lieber ruhig. Ich hör gern zu. Ich denk erst und rede dann. Und das ist... auch laut. Nur leise.“
Hilde lächelte. „Und weißt du was? Wenn du nicht wärst, wär hier alles nur Durcheinander.“
Kwiepi flog vorbei. „FERDI IST DER FELS IM MARMELADENMEER!!“
Die Munkelrotte murmelte: „Er ist der, der still lächelt, wenn’s laut wird.“
„Ich bin auch der, der das Chaos sortiert, bevor es explodiert“, murmelte Ferdinand und schrieb still auf seine Liste:
– Ich bin ich. Nicht kaputt. Nicht zu leise. Einfach: Ich.


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