Es begann mit einem Brief. Nicht irgendeinem – einem Eichhörnchen-Eilbrief, der beim Flug drei Mal gewendet und mit Eichelduft besiegelt worden war. Hilde entrollte ihn vorsichtig.
„Wegen interdimensionaler Verbindungsprobleme findet das große Hexentreffen dieses Jahr im Home Office statt.“
Hilde blinzelte. „Was. Ist. Home Office?“
Ferdinand stand sofort parat. „Das ist, wenn man daheim arbeitet. Ich hab schon mal eins vorbereitet.“
Er führte sie zu einem perfekt sortierten Baumloch: kleine Tischplatte, Moossessel, handgeschnitzte Tasten aus Nussschale.
„Herzlich willkommen im Zentralbüro für alles, was keiner versteht.“
Kwiepi war längst voraus. Er hatte sich ein Büro aus Lianen und Flugsamen gebaut, trug eine Brille mit Fenstergläsern und schrie in einen Pilz: „Kwiepi meldet sich zum Dienst! KWIEPI IST PRODUKTIV! WIE VIELE ERDBEEREN SOLL ICH DRUCKEN?!“
Die Munkelrotte richtete einen Konferenzraum ein: ein hohler Baum mit zehn winzigen Sitzen und einem riesigen Pilzmikro. Sie murmelten durchgehend: „Bitte auf stumm… Nein, du bist noch an… Jetzt ist alles doppelt…“
Hilde saß derweil auf ihrem Ast und versuchte, per Glitzerschneckenleitung am Hexenmeeting teilzunehmen. „Hört ihr mich? Ich seh euch nicht, aber ich spür eine Aura von Zimt und Chaos…“
Im Hintergrund röhrte der Knarl: „Wieso muss ich heute wieder ins Büro? Ich bin doch im Moosmodus!“
Die Nachtschattenkirschkröte hatte sich einfach einen Liegestuhl in die Sonne gestellt und ein Schild aufgestellt: „Ich bin online, wenn ich leuchte.“
Ferdinand versuchte, die Tagesordnung durchzubekommen: „Punkt eins: Wer hat den Konfitürenplan aktualisiert?“
„Kwiepi hat ALLE Erdbeeren verwaltet!“, rief Kwiepi.
„Verwaltet oder vernascht?“
Es wurde diskutiert. Gesummt. Gekichert. Und irgendwann beschlossen alle:
Home Office geht. Aber nur mit Pause. Und Erdbeermarmelade.
Am Ende hingen überall Schilder: – „Bin im Blattmodus.“ – „Nur erreichbar per Glitzerschnecke.“ – „Nicht stören. Denke nach. Vielleicht.“
Und so arbeiteten sie weiter – jeder für sich, aber nie allein.

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