Direkt zum Hauptbereich

Die wilde Hilde und der Geburtstag der Nachtschattenkirschkröte

 


Keiner wusste, wie alt sie war. Niemand wusste genau, wo sie wohnte. Und es gab mindestens dreizehn Versionen davon, wie sie eigentlich aussah.
„Grün mit goldenen Punkten!“, rief die Schnattergans.
„Lila mit Bart!“, behauptete der Waschbär.
„Unsichtbar, aber immer da“, flüsterte die Munkelrotte ehrfürchtig.

Die Nachtschattenkirschkröte war ein Mysterium. Eine Legende. Eine Mischung aus Kunst, Glibber und tiefer Weisheit. Und eines Tages klebte ein Zettel am Munkelbaum:

"Morgen ist mein Geburtstag. Macht, was ihr wollt. Ich bin gespannt."

Chaos brach aus. Die Tiere waren aufgeregt wie Pupsschmetterlinge im Sturm. Ein Fest für die geheimnisvollste Kröte des Waldes – das durfte nicht schiefgehen!
Die Waldmaus sammelte alle Kirschkerne des Waldes. Die Schnattergans übte ein Lied mit der Pilzkapelle. Hilde kochte einen Punsch, der bei Vollmond leuchtete. Und Ferdinand bastelte eine riesige Karte mit dreihundert Klappen und einem eingebauten Seifenblaseneffekt.

Am großen Tag warteten sie auf der Lichtung. Und warteten. Und warteten.
Die Pilzkapelle spielte das Geburtstagslied rückwärts. Die Karte verlor eine Klappe. Der Punsch gluckerte traurig vor sich hin. Doch dann – am Abend – lag auf jedem Kissen ein kleines Päckchen. Für jeden. Mit einem Zettel.
Ferdinand bekam eine handbemalte Glasmurmel, die im Dunkeln glitzerte wie Sternenpups. Hilde erhielt ein winziges Buch mit Rezepten für vergessene Marmeladen. Die Munkelrotte fand eine Lupe, die jedes Geheimnis liebevoll vergrößerte.

Und der Zettel sagte: „Ich feiere, indem ich euch feiere. Wer mich kennt, weiß, dass das das schönste Geschenk ist.“

Die Tiere saßen still. Gerührt. Glücklich. Und zum ersten Mal seit Langem war der Dingsda-Wald eine ganze Minute lang mucksmäuschenstill.

Dann rief Kwiepi: „WANN GIBT’S KUCHEN?!“

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Warum im Dingsda-Wald niemand gegessen wird

Die wilde Hilde und alle dichten

Die wilde Hilde und der grüne Rüsselgnom auf Glitzerurlaub