Es war ein ganz normaler Tag im Wald.
Also für alle anderen. Die Munkelrotte munkelte.
Ferdinand rollte sich durchs Moos. Und Kwiepi versuchte, drei Kiwis in der Luft
zu jonglieren, während er rückwärts sang.
„Kwiepi Kiwis! Kwiepi Töne! Kwiepi lebt in 12 Millionen Zonen!!“
Doch dann kam er an die Lichtung.
Und da saß Luma. Nicht wie sonst – weich und leise und ein bisschen nebelig.
Sondern... dunkler, schwerer, klein.
Kwiepi stoppte. In der Luft. (Was bei ihm Seltenheitswert
hat.)
„Luma? Was ist los? Warum so grau? Du bist doch sonst nur… so halbgrau? Ist was
kaputt? Hat dich wer vergessen? Brauchst du Kiwis?!?“
Luma hob nicht mal den Kopf.
Sie sagte nichts.
Nicht mal ein kleines „Hmm“.
Kwiepi zitterte.
Nicht vor Kälte.
Sondern vor dem Gefühl, nichts tun zu
können.
Er versuchte es mit Tanzen.
Mit einem Kiwibalanceakt auf einem Pilz.
Mit einem Lied über das Wetter in seinen Schuhen.
Luma… sagte nichts.
Dann setzte er sich.
Ganz nah.
So nah, dass ihr Nebel seine Flügel ein bisschen feucht machte.
Er zappelte.
Wollte was sagen.
Was Gutes. Was Witziges.
Aber stattdessen flüsterte er nur: „Ich
weiß nicht, wie das geht. Leise helfen. Aber ich... bleib.“
Luma sagte lange nichts.
Dann ganz leise:
„Es ist nichts passiert. Ich bin einfach… traurig. Ohne Grund. Und das fühlt
sich an wie… Nebel im Bauch.“
Kwiepi nickte.
Zackig.
Zweimal zu viel.
Dann rollte er sich zusammen.
Kuschelig.
Ungewöhnlich ruhig.
„Wenn du willst... kann ich für dich traurig sein. Ein bisschen. Ich kann das
üben. Ich... kann leise.“
Luma lächelte.
Ein Nebellächeln.
Weich.
Wahr.
„Du musst nicht leise sein. Du musst nur... echt sein.“
Sie saßen so.
Lang.
Der Tag wurde langsam Abend.
Kwiepi machte kein Spektakel.
Nur ab und zu summte er eine Melodie,
die nicht mal er selbst kannte.
Sie klang nach:
Ich bin da. Auch ohne Worte.

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