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Kwiepi trifft Luma (und versteht erstmal gar nichts)

 


Kwiepi hatte so viele Ideen, dass sie ineinanderpurzelten.

Er wollte fliegen.
Und tanzen.
Und singen.
Und drei Kiwis gleichzeitig essen, ohne zu kauen.

„Kwiepi! KWIEPI! WIE VIELE DINGE GLEICHZEITIG KANN MAN MACHEN?!“

Er raste durch den Wald wie ein lebender Alarm.
Ferdinand hatte sich in einem Baumstamm verkrochen.
Hilde trank Tee mit Ohropax.
Die Munkelrotte war in Streik getreten.

Und dann... Wurde alles... leise.
Ein bisschen kühler.
Weicher.
Kwiepi bremste.
Mitten in der Luft.
Denn da stand... etwas.

Kein Tier. Kein Vogel.
Es war eher ein Schatten aus Nebel.
Ein bisschen grau.
Ein bisschen hell.
Und ganz still.
„KWIEPI?“, fragte Kwiepi.
Das Wesen bewegte sich kaum.
Dann sagte es, ganz leise: „Ich hab dich gehört.“
Kwiepi flatterte drumherum. „Bist du ein Busch? Ein Geist? Ein vergessenes Kissen? Ein Schlaflied mit Beinen?“
Das Wesen antwortete: „Ich bin Luma.“
Kwiepi brummte. „Luma ist langsam. Warum Luma nicht rennt? Oder springt? Oder fliegt? Oder explodiert vor Aufregung?!“

Luma blinzelte.
Dann sagte sie nur: „Ich atme. Du... tanzt im Sturm.“
Kwiepi verstand gar nichts.
Und das war neu.
Er plapperte weiter.
Er stellte zwanzig Fragen.
Er beschrieb eine Kiwi mit drei Geräuschen und einem Lied.
Und Luma...?
Hörte zu.
Einfach nur.

Ohne zu unterbrechen.
Ohne zu rennen.
Ohne zu... Kwiepi.
Nach einer Weile wurde Kwiepi... langsamer.
Nicht ganz. Nur ein bisschen.
Er setzte sich.
Neben Luma.
„Was... machst du eigentlich so den ganzen Tag?“, fragte er leise.
Luma dachte kurz nach. „Ich schaue. Ich höre. Ich atme. Und manchmal... warte ich, bis jemand neben mir sitzt.“
Kwiepi war still.
Fast.
Er ließ eine Kiwi aus seiner Tasche plumpsen.
Rollte sie zu ihr rüber.
Sie nahm sie nicht.
Aber sie nickte. Ganz sanft.
„Kwiepi… versteht nicht, wie du das machst. So... wenig. Und trotzdem... bist du irgendwie... voll.“
Luma lächelte. „Manchmal… ist leise sehr voll.“

Sie saßen lange dort.
Der Tag zog weiter.
Und irgendwann flüsterte Kwiepi: „Kwiepi... ist manchmal zu viel. Aber du... bist wie ein Kissen für Gedanken.“
Luma legte den Kopf zur Seite. „Dann bleib. Ich hab Platz.“

 

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