Kwiepi war bereit.
So was von bereit.
Er hatte gefrühstückt. (Drei Kiwis und eine halbe Sonnenstrahlblase.)
Er hatte sich warmgeflauscht.
Er hatte eine Liste geschrieben mit allem, was er JETZT tun wollte:
Fliegen.
Kreischen.
Ferdinands Nase kitzeln.
Kiwitanz aufführen.
Alles gleichzeitig.
Kwiepi!
Aber dann sagte Hilde:
„Kwiepi. Du musst warten.“
Stille.
Horrorstille.
„W-warten? Auf was?!“, flatterte Kwiepi.
„Auf den Muffin. Er braucht noch... 12 Minuten im Ofen.“
12 Minuten.
Kwiepi fing an zu zittern.
Er flog im Kreis.
Er zählte die Blätter eines Busches.
Dann wieder rückwärts.
Dann vorwärts mit einem Lied.
Dann vergaß er, was ein Busch ist.
„Wie lang ist zwölf?“, fragte er Ferdinand.
„Wie ein Mittagsschlaf. Ohne Schlaf.“
„Also EEEWIG?!“
„Für dich: ja.“
Kwiepi versuchte alles:
Er saß.
Er stand.
Er schwebte im Sitzen.
Er flüsterte Kwiepi rückwärts („Ipiewk...“)
Er baute aus Moos eine Uhr. Sie explodierte.
Nach sieben Minuten schrie er:
„ICH KANN DAS NICHT!“
Und stürzte dramatisch auf den Boden.
Ferdinand seufzte.
„Hilde… bitte. Gib ihm einfach irgendeinen Muffin.“
„Nein“, sagte Hilde ruhig. „Wenn er’s schafft, lernt er was fürs Leben.“
„Wenn er’s nicht schafft, frisst er den Ofen.“
Dann setzte sich Kwiepi.
Ganz still.
Er atmete.
Ein. Aus.
Ein. Aus.
Zuckerschock raus.
Kiwi rein.
Langsam.
Als es ding! machte, riss er sich fast das Gefieder aus
– aber...
Er blieb sitzen.
Ganz ruhig.
Nur ein Flattern. Ein Zucken.
Hilde reichte ihm den Muffin.
„Für dich. Warten-Muffin. Mit Kiwiherz.“
Kwiepi nahm ihn mit zitternden Flügeln.
Biss hinein.
Schloss die Augen.
Kaute.
Dann sagte er nur:
„Warten ist schrecklich.
Aber Muffins mit Herz... sind’s wert.“

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