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Hilde packt ihren Rucksack – aber keiner weiß, wohin sie will

 


Es war ein ganz gewöhnlicher Morgen.
Ferdinand rollte sich durchs Moos.
Kwiepi übte, drei Gedanken gleichzeitig auszusprechen (Spoiler: es klang wie Kiwi-Gulasch).
Die Munkelrotte murmelte über das neue Paar Schuhe des Spechts.
Und Hilde?
Hilde... packte.
Sie hatte einen Rucksack vor sich.
Groß.
Robust.
Leer – und dann immer voller.
Ein Kompass.
Zahnbürste.
Möhrenmütze.
Alte Karte vom „Vielleichtgebirge“.
Ein kleines Notizbuch mit „Falls“ drauf.
Ferdinand beobachtete sie.
Lange.
Dann fragte er leise: „Ziehst du weg?“

Hilde sah ihn an.
Nicht traurig.
Nicht fröhlich.
Einfach nur... da: „Nein. Ich... gehe nur.“
„Wohin?“, piepste Kwiepi, der sofort anfing, einen Koffer voller Kiwis zu packen.
„WIEVIEL UHR GEHEN WIR?! BRAUCHT MAN EIN LIED?! EIN SEIL?! EIN ZIRKUS?!“
Hilde schüttelte den Kopf. „Ich gehe allein.“

Stille.

Die Munkelrotte munkelte sofort los.
„Sie ist enttäuscht.“
„Sie will uns verlassen.“
„Vielleicht... hat sie sich verliebt in einen Dachswanderer!“

Ferdinand jedoch blieb ruhig.
Setzte sich zu ihr „Was suchst du, Hilde?“
Sie zögerte.
Dann sagte sie: „Ich weiß es nicht. Aber ich spüre, dass ich losgehen muss, bevor ich’s vergesse.“
Also ließ er sie.
Keine Tränen.
Kein Drama.
Nur: „Geh. Und komm zurück. Oder bleib. Hauptsache, du gehst deinen Weg.“

Hilde wanderte los.
Nicht weit.
Nicht schnell.

Aber mit offenem Herz.
Mit Neugier.
Mit einem Rucksack, der bei jedem Schritt etwas leerer wurde –
weil sie dabei Stück für Stück mehr bei sich ankam.
Sie kam am Abend zurück.
Still.
Staubig.
Leuchtend.

„Ich war nirgends. Und doch überall. Und ich bin nicht weg – ich war nur... weiter.“
Ferdinand nickte.
Kwiepi sprang auf ihren Rücken.
Die Munkelrotte schrieb sofort ein Kapitel darüber.
Und Hilde?
Lächelte. „Vielleicht geh ich morgen wieder.“

 

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