Es war ein feuchter, flauschiger Morgen im Wald.
Tau glänzte auf der Wiese, der Wind schnarchte leise zwischen den Bäumen,
und Ferdinand war unterwegs auf seiner Lieblingsrunde – dem Flauschpfad.
Ein Weg, der genau wie er war: rund, weich und ein kleines bisschen klebrig.
Plötzlich trat er auf etwas.
Etwas Glitschiges.
Quietsch.
Ferdinand sprang hoch – wie ein erschrockener Käsekuchen.
„Was war DAS?!“
Unter seiner Pfote lag ein kleiner, gelber Schwamm.
Er wackelte.
Er glitzerte.
Und dann…
„PAAAAAPAAAAA!“, quietschte er.
Ferdinand erstarrte.
Der Schwamm sprang an ihm hoch, klammerte sich an seinen Bauch
und schmiegte sich an ihn wie ein feuchter Magnet.
„Endlich hab ich dich gefunden! Mein pelziger Held! Mein
Vater-Fuchs!“
„Ich bin KEIN Vater!“, rief Ferdinand entsetzt.
„Oh DOCH!“, quietschte der Schwamm.
„Du hast mich geboren! Aus einem Tropfen Wasser, einem verlorenen Lächeln und
einem Fuchshaar auf einem Zauberlappen!“
Ferdinand blinzelte.
„Das ist... biologisch sehr unwahrscheinlich.“
Hilde kam dazu, sah den Schwamm, der nun auf Ferdinands Rücken
saß wie ein winziger Thron und prustete los.
„Flauschi, du hast ein Kind!“
„Hör auf!“, fauchte Ferdinand.
„Er ist glitschig, laut und nennt mich Papa-Flauschi!“
Der Schwamm wich ihnen von da an nicht mehr von der Seite.
Er hüpfte in jede Pfütze, saugte Gerüche auf („Mmmh! Eichhornschweiß!“)
und redete ununterbrochen.
Er sog auch Dinge auf:
Ein
Lachen
Einen
Witz
Eine
komplette Munkelgeschichte
Und
fast Ferdinands halben Schnurrbart der von Karneval übrig geblieben war.
„Das ist gefährlich“, flüsterte Ferdinand. „Wenn das so weitergeht, schlürft er bald den ganzen Wald in sich hinein.“
Also gingen sie zum Echo-Baum.
Ein alter Baum, der auf alles eine Antwort hatte –
manchmal sogar auf Fragen, die keiner gestellt hatte.
Der Baum rauschte geheimnisvoll:
„Dieser Schwamm ist geboren aus Sternensuppe und
Pfützenquatsch.
Er braucht keinen Vater.
Nur einen Namen.“
Hilde dachte nach.
Dann sagte sie leise:
„Blubb.“
Der Schwamm begann zu leuchten.
„Das klingt nach mir! Ich bin Blubb! Kein Kind. Kein Schwamm. Ich bin… einfach
Blubb!“
Er hüpfte in die Luft, gluckste zufrieden und saugte dabei eine Schneeflocke auf, die noch gar nicht gefallen war.
„Was jetzt?“, fragte Ferdinand.
„Jetzt ist er frei“, sagte Hilde.
„Und du bist wieder… nicht Vater. Glückwunsch?“
Ferdinand grinste.
„Ich bin einfach wieder Fuchs. Und das ist mir pelzig genug.“

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