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Die wilde Hilde und die Nachtschattenkirschkröte und das geheimste Geheimnis

 


Es war neblig.
Ein bisschen mehr als sonst.
Und der Nebel roch nach... Kirsche.
„Das ist neu“, sagte Ferdinand.
„Das ist verdächtig!“, rief die Munkelrotte.
„Das ist LECKER!“, schrie Kwiepi – und fraß aus Versehen einen Kieselstein.
Hilde stand ganz still. „Sie ist da.“
„Wer?“, fragte Ferdinand.
„Die Nachtschattenkirschkröte.“
„Das ist kein echtes Tier!“
„Doch. Sie kommt nur, wenn etwas... bereit ist.“

Am Rand des Moors, in einem schimmernden Schatten,
tauchte sie auf:
Runzlig.
Ruhig.
Und mit einem Blick, der durch dich hindurchguckte.
Sie sprach leise.
Langsam.
Und nur, wenn man auch zuhörte.

„Etwas will raus. Etwas ist wahr. Und ihr habt es längst in euch.
Aber ihr traut euch nicht, es zu sagen.“

Die Tiere schauten sich an.
Die Munkelrotte zitterte.
Kwiepi flatterte in sich selbst.
Ferdinand knurrte: „Was soll das heißen?!“

Aber die Kröte sprach nicht weiter.
Sie zog sich zurück.
Hinterließ nur ein Glas.
Voller Kirschkerne.
Mit einem Zettel:

„Jeder darf einen ziehen.
Aber nur, wenn er bereit ist, das zu fühlen, was er verdrängt.“

Hilde zog.
Sie lachte. Dann weinte sie. „Ich vermisse... jemanden. Schon lange.“
Ferdinand zog.
Er schwieg. Dann: „Ich bin nicht immer mutig. Nur laut.“
Kwiepi zog. Wurde ganz still. Dann flüsterte er: „Ich hab manchmal Angst, dass ich zu viel bin.“
Und Luma nahm ihn einfach in den Arm.
Am Abend war der Nebel weg.
Die Kröte verschwunden.
Nur ein letzter Satz war in den Boden gekratzt:

„Manche Wahrheiten wachsen nur, wenn man sie sät.
Danke, dass ihr sie heute habt wurzeln lassen.“

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