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Die wilde Hilde und der Zirkus der fast vergessenen Tiere

Es war ein ganz seltsiger Morgen.

Der Wald roch nach Zuckerwatte.
Die Luft war irgendwie… glitzerig.
Und der Himmel hatte die Farbe von Altrosa mit Schimmer.

Hilde wachte auf, blinzelte –
und sah ein riesiges Zelt mitten auf der Wiese stehen.
Mit goldenen Schnüren, gestickten Sternen
und einem Schild, auf dem in krakeliger Schrift stand:

„Zirkus Zumbum präsentiert: Die fast vergessenen Tiere – ein letztes Mal.“
Ferdinand schnarchte noch.
Kwiepi knallte aufgeregt durch den Himmel.
„Kwiepi will ARTIST SEIN! Jonglieren mit FUCHS! FLIESSENDE KIWI!!“
Hilde aber war... still.
Etwas stimmte nicht.
Etwas fühlte sich traurig an.
Wie eine letzte Vorstellung, bei der keiner klatscht.
Sie gingen hinein.
Das Zelt war alt, aber wunderschön.
Goldener Staub.
Lichterketten aus Mohnblumen.
Und Tiere.
Viele Tiere.
Aber keine lachten.
Ein Elefant mit durchsichtigen Ohren.
Ein Einhorn mit mattem Horn.
Ein Zebra, das seine Streifen verlegt hatte.
Und ein Walross, das seinen Namen vergessen hatte
und nur noch „Herr Hmm“ genannt wurde.
Der Direktor – ein uralter Frosch mit Monokel – sprach leise:
„Wir sind Tiere, die niemand mehr kennt.
Wir haben Zirkus gemacht, als Zirkus noch Geschichten war.
Jetzt will uns keiner mehr sehen.“

Ferdinand senkte den Kopf.
Kwiepi flatterte ratlos.
Hilde aber trat vor.
„Vielleicht“, sagte sie,
„müsst ihr nicht aufhören.
Vielleicht… müsst ihr euch neu erfinden.“
Sie machten sich an die Arbeit.
Die Munkelrotte verteilte Flyer („Live! Selten! Ziemlich magisch!“).
Ferdinand schrieb ein neues Theaterstück: „Die traurige Trompete und der mutige Mops“.
Hilde trainierte mit dem Elefanten Flüstertanzen.
Und Kwiepi machte Lichtshows.
Mit Kiwi und Chaos.
Am Abend kamen ALLE.
Der ganze Wald.
Sogar der Wind blieb stehen.
Und sie sahen den neuen Zirkus:
Nicht perfekt.
Aber voller Herz.
Echt.
Verträumt.
Und irgendwie magisch.
Der Direktor weinte eine glitzernde Träne. „Ihr habt uns nicht nur gesehen. Ihr habt uns gespürt.“
Am Ende standen Hilde und Ferdinand draußen.
Kwiepi balancierte auf einem Ast.
Luma saß daneben, ganz still.
Und flüsterte: „Man vergisst nur, was man nicht fühlt.“
Ferdinand lächelte.
„Dann war das heute Abend... unvergesslich.“

 


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