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Die wilde Hilde und der flauschig-fetzige Ferdinand

Die wilde Hilde wohnte nicht – sie hauste. Mitten im Wald! In einem Bau, den eigentlich ein Dachs angefangen, ein Wildschwein weitergegraben und Hilde schließlich zu einem gemütlichen Hexenheim umfunktioniert hatte. Sie trug stets einen roten Umhang, der bei jeder Bewegung flatterte wie eine Fahne im Sturm, und redete in Reimen, wenn sie besonders aufgeregt war. Was oft vorkam. Und dann war da Ferdinand, ihr flauschiger, fetziger Fuchs. Ferdinand war kein gewöhnlicher Fuchs. Er war rund. Und schnell. Ein Widerspruch? Nicht für Ferdinand.
Er rollte. Und das in einem Tempo, das selbst Windhunde neidisch machte.
„Ferdi, wir müssen los!“, rief Hilde eines Morgens, „Der Mampf-Markt macht nur bis zehn, und ich brauch Glibbermoos und Krötenbein!“ Ferdinand schnappte sich ein Marmeladenbrot, sprang in einen alten Einkaufswagen und los ging’s.

Sie rasten durch den Wald.
Über Wurzeln.
Unter Ästen.
Durch einen Haufen verirrter Wandervögel.
Hilde kreischte vor Freude. Ferdinand quietschte wie eine verrostete Trompete.
Am Mampf-Markt angekommen, war alles voller wilder Gestalten:
Ein Biber verkaufte Spucke in Gläsern.
Eine Ziege machte Tarotkartenlesen.
Und der Troll an Stand 7 verkaufte gebrauchte Zaubersprüche („Wirken manchmal – kein Umtausch!“).
Hilde tauschte ein Lied gegen einen Beutel Glibbermoos.
Ferdinand fand einen Schal, der im Dunkeln schrie.
„Perfekt!“, sagte Hilde. „Für unsere nächtlichen Eskapaden!“

Auf dem Heimweg trafen sie ein streitendes Einhorn mit Burnout, das dringend ein Glas Brombeergeist brauchte. Hilde mischte spontan einen Trank. Ferdinand kitzelte das Einhorn mit seinem fetzigen Schweif.
Es lachte. Und furzte Regenbögen.
Problem gelöst.
Zu Hause angekommen, saßen sie auf dem Dach ihres unterirdischen Baus, schlürften Tannennadeltee und zählten Glühwürmchen.
„Ferdi“, sagte Hilde, „wir sind schon ein gutes Team.“
Ferdinand rülpste zustimmend und wickelte sich wie ein Wollknäuel um ihre Füße.
Und irgendwo, tief im Wald, raunte der Wind:
„Passt auf, Leute – die Wilde Hilde ist unterwegs. Und sie hat den Fuchs dabei.“


 

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