Im Zauberschuppen der Wilden Hilde war Chaos der Normalzustand.
Regale voller Blubbergläser, tanzender Tassen, glibberiger Pilze und einer Schneekugel, in der ein Mini-Oktopus jonglierte. „Ferdi! Ich brauch einen Zauberspruch, um meinen Socken wiederzufinden!“
Ferdinand schaute auf. „Du hast sie an.“
„Ach so. Na dann… vielleicht einen Bürgermeister-Zauberspruch?“
Ferdinand runzelte die Stirn. So sehr man das eben mit so viel Plüschgesicht konnte.
„Warum willst du einen Bürgermeister?“
„Weil das Dorf keins hat! Und ich will nicht! Ich hab ein Vogelnest auf dem Kopf, das reicht als Verantwortung!“
Hilde blätterte wild im „Zauberbuch der zarten Zerstörung“ und sprach:
„Möhre, Kürbis, alte Socke –
Macht mir jetzt ’ne Chef-Rokoko-Krocke!“
Ein Blitz.
Ein Knall.
Ein Wackeln.
Ein... Gemüse.
Vor ihnen stand ein Haufen Möhren in Form eines Mannes. Mit Anzug. Und Kragen.
„Ich bin Bürgermeister Möhringer!“, sagte er, „Wo ist mein Schreibtisch?“
Hilde klatschte. Ferdinand war skeptisch.
Zwei Tage später hatte Möhringer den Wald in Zonen eingeteilt:
Zone 1: Nur für Eichhörnchen.
Zone 2: Nur für sprechende Pilze.
Zone 3: Lächelpflicht für alle.
„Das artet aus“, murmelte Ferdinand.
„Wir müssen ihn... entmöhren“, flüsterte Hilde.
Sie schlichen sich nachts an seine Möhre-Villa heran (die war aus Sellerie gebaut) und spritzten ihm einen Schluck Entzaubertrank auf die Stirn.
POFF!
Es regnete Karottenstücke.
Ein letzter Möhrenschnipsel landete auf Ferdinands Nase.
Er leckte ihn ab. „Bio.“
Am Ende saßen sie wie immer auf dem Bau.
Hilde schüttelte den Kopf.
„Nie wieder Bürgermeister aus Gemüse.“
Ferdinand grinste.
„Nur noch aus Obst. Die sind saftiger.“

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