Der Tag war eigentlich gut gewesen.
Kwiepi hatte nicht zu viel geflattert.
Nicht zu viele Kiwis gegessen.
Nicht mal Ferdinand geärgert.
Aber irgendwas war... komisch.
Nicht schlimm.
Nicht schmerzhaft.
Einfach... schwer.
Wie wenn man versucht zu fliegen,
und die Luft zu dick ist.
Oder der Bauch zu voll von Gedanken.
Die Sonne verschwand hinter dem Hügel,
und Kwiepi lag auf einem Ast.
Die Flügel ganz still.
Die Augen halb offen.
Das Herz ein bisschen... zu laut.
Normalerweise hätte er jetzt fünf Lieder gesungen,
drei Flugfiguren geprobt
und dabei zwei neue Kiwitanzschritte erfunden.
Aber heute... sagte er nichts. Nicht
mal „Kwiepi“.
Und dann kam Luma.
Man sah sie kaum.
Sie war nur ein bisschen mehr Dämmerung im Schatten.
Ein bisschen weniger Lärm im Wind.
Sie sagte nichts.
Sie setzte sich einfach unter den Ast.
Schaute in dieselbe Richtung.
Wartete.
Kwiepi sah sie.
Dann schloss er wieder die Augen.
Vielleicht geht sie gleich.
Vielleicht fragt sie gleich.
Vielleicht sagt sie… irgendwas.
Aber:
Sie sagte nichts.
Gar nichts. Und das...
war irgendwie genau richtig.
Nach einer langen Weile,
rutschte Kwiepi vorsichtig vom Ast.
Setzte sich neben sie.
Keine Erklärung.
Kein Flattern.
Kein Kiwigerede.
Er saß einfach da.
Neben Luma.
Im Leisen.
Im Jetzt.
Dann flüsterte er:
„Ich hab heute zu viele Gedanken und keine Lust, sie auszusprechen.“
Luma nickte.
Nur das.
Einmal.
Und sagte:
„Dann lass sie einfach da. Ich pass auf sie auf. Bis du wieder willst.“
Kwiepi blinzelte.
Und dann kam ein winziges, ehrliches Lächeln.
Nicht das hüpfende.
Nicht das Showlächeln.
Sondern das, das man nur einem Wesen schenkt,
das bleibt,
wenn alles andere zu viel ist.
In dieser Nacht sagten sie kaum etwas.
Aber als die Sterne über sie hinwegzogen,
fühlte sich Kwiepi leichter.
Nicht weil alles gut war.
Sondern weil nicht alles gesagt
werden musste,
um verstanden zu werden.

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