Die Munkelrotte war empört.
Tief empört.
Wie konnte es nur sein, dass niemand ihre Version der Geschichten kannte?
Alle sprachen über Hilde und Ferdinand.
Über deren Heldentaten. Ihre Abenteuer.
Aber was war mit den wahren
Hintergründen?
Was war mit den geheimen
Ereignissen?
Mit den unglaublichen, nicht erzählten
Details?
„Es ist an der Zeit!“, rief das älteste Munkel,
das sowieso immer ein bisschen mehr wusste als die anderen.
„Wir schreiben ein Buch! Ein Buch über alles!“
„Ein Munkelbuch!“, flüsterten die anderen.
„Mit Munkelgeheimnissen!“, rief der dritte.
„Mit Fußnoten, die gar keine Füße haben!“, piepste ein kleiner Munkel
dazwischen.
Und so begannen sie.
Die Munkelrotte setzte sich im Kreis.
Sie tuschelten.
Sie kramten.
Sie hüpften wild durcheinander.
Und dann begannen sie zu schreiben.
Kapitel 1: Wie Hilde plötzlich einen Hut fand und damit fast das Ende der Welt auslöste.
„Ich erinnere mich genau!“, rief Munkel Nummer 4.
„Hilde war fast vom Baum gefallen, als sie diesen Hut fand.
Aber... hat sie ihn wirklich aus dem Himmel gezogen?
Oder war es der Wind?
Oder ein Fliegenpilz mit Fernwirkung?“
Kapitel 2: Wie Ferdinand seine Farbe verlor – und warum er nie wieder ganz orange wurde.
„Das war, als er im Dunkeln nach Marmelade suchte!“, kicherte
ein Munkel.
„Oder war’s der Fliederstrauch?
Oder einfach... eine graue Phase, die jeder mal hat?“
„Unbedingt mit rein!“, befand das älteste Munkel und setzte einen Tusch.
Kapitel 17: Wie der ganze Wald an einem Dienstag einfach einschlief.
„Oh ja“, raunte ein Munkel.
„Einmal haben wir alle einfach... abgeschaltet.
Ohne Grund. Ohne Wecker. Ohne Absprache.
Zack – Tiefschlaf. War’s Dienstag?
Oder... ein Munkelgeheimtag?!“
Das Buch wuchs.
Die Kapitel wurden länger.
Die Dialoge wilder.
Die Randnotizen lauter als der Text.
Eines Nachmittags kamen Hilde und Ferdinand vorbei.
Sie wollten nur nach dem Rechten sehen –
und standen plötzlich vor einem Turm aus Papier, Spinnweben, Kaffeeflecken
und wild flatternden Seiten.
Ferdinand blinzelte.
„Das ist ein Buch?“
„Das ist ein Meisterwerk!“, rief das älteste Munkel stolz.
„Es ist ein Buch, das über alles
spricht.
Und trotzdem über nichts!“
Am Ende war das Buch fertig.
Es war schwer. Es war schräg.
Und voll mit allem, was man vielleicht nicht wissen muss. Doch als Hilde es
aufschlug,
fand sie nur eine einzige Seite:
„Das wahre Abenteuer ist das, was
wir jetzt mit dir teilen.
Was du mit uns erlebst.
Und vielleicht... was du nie erfahren wirst.“
Hilde lachte.
„Das ist kein Buch“, sagte sie. „Das ist ein Munkelgeheimnis!“
Und das war perfekt.

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