An einem ganz gewöhnlichen Morgen
lag Nebel auf der Wiese.
Weicher als sonst.
Still.
Und ein bisschen traurig.
„Luma ist nicht da“, flüsterte Kwiepi.
Er flatterte suchend durch den Wald.
Von Moos zu Ast.
Von Lichtung zu See.
„Luma?“
„Luuuma?“
„Kwiepi will jetzt keine Rätsel mehr!“
Aber Luma kam nicht.
Hilde setzte sich neben ihn.
Ferdinand kam dazu, mit einem heißen Tee.
Und keiner sagte: „Sie ist weg.“
Aber alle dachten es.
Die Munkelrotte munkelte nicht.
Nicht heute.
Sie saßen still in ihrem Bau
und malten Kringel in den Sand.
„Wohin geht jemand, der aus Nebel besteht?“, fragte Kwiepi.
„In den Himmel? In ein Glas? In einen Gedanken?“
„Vielleicht in Erinnerung“, murmelte Hilde.
„Oder in ein Gefühl“, sagte Ferdinand. „Oder... sie verteilt sich einfach. Wie
Wärme.“
Kwiepi versuchte, das zu fühlen.
Er lauschte in den Wind.
Er legte sich ins Gras, ganz flach.
Und irgendwann…
da war da was.
Nicht eine Stimme.
Nicht ein Bild.
Aber ein… Leuchten.
Ein Luma-Gefühl.
Ganz zart. Ganz echt.
Und dann flüsterte er: „Sie ist noch da. Nur anders.“
Seitdem zündet er manchmal ein Glühwürmchen an.
Nur eins.
Wenn er sie vermisst.
Dann sitzt er still.
Und sagt:
„Hallo Luma. Ich weiß, du hörst mich
nicht mit Ohren. Aber vielleicht mit Herz.“
Und jedes Mal…
legt sich ein ganz weicher Nebel über den Abend.

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